Tag 13 Las Vegas/Death Valley

Die Teufelstheorie unterstützend befindet sich etwa zwei Stunden von der Stadt entfernt die Hölle. Getarnt als braune Wüstenlandschaft an deren Enden sich zackige Berge wellen. Die Hölle ist ein Nationalpark, Death Valley, und ihre Bewohner sind Schlangen, Skorpione und hin und wieder Weggefährten wie Hasen und zarte Füchslein. Die Straßen, die das Tal durchziehen, sind strikt gerade, so wie die meisten Grenzen hier, und sie verlaufen sich in der Entfernung, trotzdem liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei maximal 65 Meilen, eher aber bei 45, das sind etwa 70km/h.

Andere Autos scheint es aber kaum zu geben und der Gedanke an eine mögliche Panne gibt einen Stich im Hinterkopf. Man lobt den Erfinder der Klimaanlage, nachdem man zum ersten Mal ausgestiegen ist. Draußen hat es 48 Grad, Temperatur steigend. In Furnace Creek wurde 1913 die zweithöchste Temperatur der Welt aufegnommen, 56 Grad. Das war am 10 Juli, der Tag unseres Besuches war neun Tage später, 2011. Früher wurde im Death Valley Borax abgebaut, dafür haben Maultiere unendlich schwere Maschinen in die Wüste geschleppt und Minenarbeiter bei diesen Temperaturen Löcher in die Erde geschlagen, die jetzt noch zu sehen sind.

Der Bad-Water-Point liegt 80 Meter unter dem Meeresspiegel, die wenigen Wasserlaken sind so salzig, dass diejenigen, die versuchten, es zu trinken, das Tal frustriert Badwater genannt hatten. Jetzt wandern Besucher über die salzig, sandige Ebene und am Parkplatz hat jemand eine Pizza auf die Motorhaube seines Wagens gelegt, der Käse schmilzt nach wenigen Minuten. Entlang des Artist’s Drive entfalten sich hinter jeder Biegung neue Steinformationen, die einen aus der Kühle des Autos nach draußen treiben, die Kamera in der Hand, den starken Wind als ständigen Begleiter. Er fühlt sich an, als würde jemand in der Sauna mit dem Handtuch fächern.

Steht man auf dem heißen, steinigen Boden und blickt über das Flimmern, das Aussieht wie Wasser, aber nur eine Luftspiegelung ist, hört man kein Geräusch, keinen Vogel und kein Auto, man ist alleine mit dem Atem des Teufels im Genick.

Am späten Abend ist Las Vegas ein heller Fleck in der Dunkelheit rundherum, und der Lichtkegel, der vom Luxor aus in die Nacht geschickt wird, ragt hoch wie der Masten eines Schiffs. Mit dem Licht, kehrt auch der Lärm zurück, die vereinnahmenden Geräusche des Gewinns und des besonderen Angebots, der Shows und Vergnügungen.

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