Life Ball 2012

Das Leben wird gefeiert in Wien am 19. Mai, dem verliebtesten aller Monate. Zum 20. Mal dieses Jahr, ein stolzes Jubiläum. Der Life Ball ist die größte Veranstaltung Europas zugunster HIV-Betroffener und an Aids erkrankter Menschen. Gery Keszler ist verwebt mit der Idee des Life Ball, der ehemalige Feinmechaniker und aktuelle Abenteurer gründet 1992 mit Dr. Petrosiam den Verein „Aids Life“, der Menschen, die unter HIV leiden, mit finanziellen Mitteln unterstützen sollte, 1993 fand der erste Life Ball statt, damals noch aus eigener Tasche finanziert. Das hat Keszler schon langen icht mehr nötig, der Life Ball ist ein Riesenevent gewordern, dem jedes Jahr Größen aus Politik und Unterhaltungsindustrie beiwohnen, diesmal waren es u.a.  Bill Clinton, Naomi Campell,  Milla Jovovich, Antonio Banderas und Sean Penn, die sich für den Kampf gegen Aids groß machten. Bunt und laut präsentiert sich die alljährliche Glitzernacht und kaum überrascht es, dass es den Homophoben anders wird bei dem Spektakel. 2007 konnte die FPÖ (oder zumindest die ihr nahe stehende Zeitung „Zur Zeit“) nicht mehr an sich halten und bellte gegen Keszler, diese „Berufsschwuchtel“ und den allgemeinen Zirkus – eine von vielen Verfehlungen der Scheuklappenträger, die keines weiteren Zitats würdig ist.

Dass die Standardtickets zwischen 75 und 150 Euro kosten hält die Balllustigen nicht davon ab, zu kommen und jedes Jahr werden es mehr. Die schönste Idee am Life Ball ist der Reiz der Maske, der durch wechselne Motti angekurbelt wird und von den BesucherInnen kreative Schaffenskraft entlockt. Dieses Jahr war Feuer das Leitmotiv, das den Styl der Gäste prägen sollte und so dominierten Rot-, Orange- und Gelbtöne, aufgemalte Flammen züngelten über Schultern und Nacken, knallige Federn im Haar kokettierten mit den dunklen Flügeln Mancher, die nackte Haut golden und nur die aufreizenste Stelle verdeckt ging es in die Nacht.

Vor dem Rathaus dann das Gedränge der Schaulustigen, welche die Gäste zu Stars machen. Ist deren Outfit aufregend genug, dauert es einige Zeit, bis sie die Anreise in die abgesperrten Bereiche und weiter auf den roten Teppich schaffen, der alle empfängt, sie werden vom Fußvolk aufgehalten, das Fotos will und über die Größe der Phantasiegestalten in ihren Highheels staunt.

Mit der Dunkelheit beginnt die Show, ein überwältigendes Fest, das kurz den eigentlich traurigen Anlass des Balls vergessen lässt. Alleine in Österreich sind 1.700 Menschen HIV infiziert, 2011 waren 525 Neuinfektionen. Seit 1983 starben rund 1.950 Menschen an den Folgen der Infektion. Und obwohl die Zahl der Neuinfektionen seit 2001 zurückgeht sind weltweit um die 34 Millionen Menschen infiziert, eine unglaubliche Zahl. Es ist ungefähr so, als wären alle EinwohnerInnen Österreichs, der Schweiz, Ungarns, Sloweniens und der Slowakei betroffen.

Der Life Ball feiert trotzdem das Leben, ein aufregendes Fest und Großevent, auf das Wien getrost stolz sein kann.

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