Wien//Würstelstand

Der ersten Fehler, den man begehen kann, ist Wurst zu sagen. In Wien heißt das Wurscht und hat gleich mehrere Bedeutungen. Wenn jemand mit der Schulter zuckt, den Kopf schieflegt und meint, das sei ihm wurscht, dann gibt er sich traktabel und will mit einem gewissen Thema nicht länger belästigt werden. Wenn aber jemand den Ellenbogen am Metalllehnbrett vom Würstelstand (also, pardon: Würschdlstaund) hat und meint, er hätte gern eine Wurscht, dann will er Frankfurter (nein! das ist keine Wiener!), oder Burenwurst oder eine Käsekrainer oder was ihm sonst noch den Cholesterinhaushalt zerstören könnte. Dass sich die Wiener Würstelstände inzwischen der Nachfrage gebeugt haben und zu Pizzaständen und Nudelständen und natürlich Kebabständen mutiert sind (oder zu suspekten Mischformen), tut der Tatsache nichts, dass sie Inseln der Nacht bleiben, an denen sich neben hungrigen Opernbesuchern Taxifahrer über die Schicht retten und wo das Partyvolk eine Grundlage für die noch zu folgenden Tropfen aufbaut. Und tagsüber werden hier diejenigen angeschwemmt, die eine allzukurze Mittagspause, oder niemanden zum Reden haben. Letztere finden ein offenes Ohr in den Verkäufern, die in ihren kleinen Häuschen nicht auskönnen, oder zumindest in den Tauben, die sich immer gerne füttern lassen.

to my dear english readers: we know what a wiener is, thank you.

 

 

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