5 Erkenntnisse über Pilzesuchen

1.) Erst am Nachmittag in den Wald zu kommen, ist zu spät. Zur Strafe müssen Pensionisten beobachtet werden, die mit roten Wangen und verdächtig schweren Taschen den Heimweg antreten.

2.) Es ist sinnvoll, einen Parasol von einem Knollenblätterpilz unterschieden zu können.

3.) Es ist sinnvoll, in der Lage zu sein, mehrere Pilze zu erkennen. Fliegenpilze sind großartig, nur kann man nichts mit ihnen anfangen.

4.) Da, wo die besten Schwammerl wachsen, gibt es keinen Handyempfang. In Gruppen ist es also ratsam, in Hörweite zu bleiben. Außer die Gruppe ist ein Übel, dann ist dies der perfekte Zeitpunkt, sich abzusetzen.

5.) Wenn es neben einem im Wald raschelt, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um keinen Bären, sondern um einen Pensionisten.

 

12 Vorurteile über das sterbende Jahr

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1.) Es gibt immer welche, die es nicht erwarten und die Raketen vor dem 31. in einen nebeligen Nachmittag hineinschießen. Dann knallt es und irgendwer wird den Kopf schütteln und feststellen, dass es schon los geht.

2.) An den Klappständen am Straßenrand kann man Rauchfangkehrer, Schweine, Marienkäfer und vierblättrige Kleeblätter aus Plastik oder Marzipan erwerben. Niemand weiß, was mit den Glücksbringern im Laufe des Jahres passiert, auf jeden Fall verschwinden sie, weshalb man in 12 Monaten gezwungen ist, neue zu kaufen.

3.) Am Abend gibt es Fondue. Labile Gemeinschaften zerbrechen daran, dass es einen gibt, der sich die Farbe seiner Fonduegabel nicht merken kann und ungeniert die Gabeln der anderen herausfischt.

4) Das herannahende Jahresende gibt Anlass für weinerliche Nostalgia oder plötzliche Zuversicht; auf jeden Fall Grund sich zu betrinken.

5) Wer den Fehler macht, das Radio aufzudrehen, wird früher oder später Europe mit The Final Countdown hören und von den Durchsagen Noch zwei Stunden und dreißig Minuten in eine nervöse Endzeitstimmung versetzt werden.

6.) Wenn sich Mitternacht endlich nähert, ist man im Freien. Dort wo es kalt ist, wo es lauter knallt als drinnen, wo es nach Schwefel stinkt und wo man mit schlechtem Karma den Stil einer abgebrannten Rakete auf den Kopf bekommt. Derweil läuft drinnen Dinner for One.

7.) Mitternacht! Man findet kein Werkzeug, um die Raketen anzuzünden. Feuerzeuge sind leer, in Streichholzschachteln nur Hölzer mit schwarzen Köpfen (da hat man sie hingetan, damals, als sie noch heiß waren und man kein Loch in die Tischdecke brennen wollte). Raucher geben ihre Zünder nicht her, weil sie Angst haben, sie nicht wieder zu bekommen. Und weil sie die letzte Zigarette rauchen wollen, bevor die Neujahrsvorsätze schlagend werden.

8.) Man realisiert wieder, dass der Donauwalzer mindestens 12 Minuten dauert. Und dass kein Mensch so lang Walzertanzen kann. Zum Glück folgt ihm ABBAs untanzbares Happy New Year.

9.) Menschen, die betrunken genug sind, seit längerem nicht mehr in den Vertrauensgrundsatz zu fallen, hantieren mit Raketen und Böllern. Und dann gibt es immer welche, die den Zündstoff zu nah neben anderen explodieren lassen, zu schräg abschießen oder zu lang in der Hand halten.

10.) Es finden sich Raketen, die eine super Aufmachung haben, dann aber nicht schöner sind als die vom Nachbarn. Die wirklichen Knaller hat man schon am vorigen Nachmittag verschossen. 

11.) Mit dem jungen Jahr ist die Zeit gekommen, Vorsätze zu formulieren, die je nach Stimmung mehr oder weniger schnell im seligen Meer des Vergessens ertrinken. Gleichzeitig vergisst man, die Glücksbringer zu verschenken oder man kann sich nicht mehr erinnern, wo man sie hingetan hat.

12.) Alles wird besser im nächsten Jahr. Jedes Jahr aufs Neue.

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11 Erkenntnisse über ein verschneites Wien

Straßenbahn

1) Der Winterschlaf wird gegen 6:05 von übermotivierten Hausmeistern mit Schneeschaufeln oder Räumfahrzeugen unterbrochen.

2) Leute treten am Morgen vor die Haustür und finden ihr Auto nicht mehr.

3) Leute fahren plötzlich mit der U-bahn, weil sie ihr Auto nicht freischaufeln wollen. Oder weil sie ihr Auto nicht finden. Oder weil sie Angst vor denen haben, die ihres gefunden haben.

Schneeauto

4) Straßenbahnen kommen lange nicht und wenn, dann im Rudel.

5) Die größte Freude am Schnee haben Kinder und Hunde.

Polarforscher

6) Leute gehen mit ihren Kindern und Hunden in den Park, um Schneemänner zu bauen. Nachdem den Kindern zu kalt geworden ist, machen sie alleine weiter, um den anderen Eltern zu beweisen, dass ihre Schneemänner größer und schöner werden können. Hundebesitzer registrieren, dass ihre Hunde in der Regel plötzlich die doppelte Ausdauer haben und vor lauter Schnee vergessen, zu pinkeln.

7) Vorbeifahrende Autos beweisen, dass sie braunen Straßenschnee auf Augenhöhe der Leute schleudern können, die an roten Ampeln warten.

Kaisermühlen

8) In den Eingangsbereichen von Supermärkten wird der Schnee von den Füßen gestampft und vom Kopf geschüttelt, um Nachkommende auf ihren Gleichgewichtssinn zu testen.

9) Schnee gilt als ultimative Entschuldigung für Verspätungen jeglicher Art.

10) Sobald die ersten Meter salzgestreuten Gehsteigs gutgemacht sind, bemerken die meisten, doch keine wasserfesten Schuhe zu besitzen.

11) Schulkinder verlieren während quer über Straßen geführter Schneeballschlachten den letzten Funken Respekt und verwenden Erwachsene als Schutzschilder.

Küssende Schneemänner

10 Erkentnisse über ein verregnetes Rom

1. Wenn es regnet haben fast alle Touristen die gleiche gute Idee: Das Vatikanische Museum oder den Petersdom zu besuchen.
2. Touristen haben tatsächlich den Nerv, sich zweieinhalb Stunden im Regen anzustellen, um das Vatikanische Museum zu besuchen.
3. Touristen haben tatsächlich den Nerv, sich eine Stunde im Regen anzustellen, um den Petersdom zu besuchen.
4. Nicht alle Touristen, die im Petersdom sitzen, und die Augen geschlossen haben, sind in Kontemplation. Die meisten schlafen.
5. Converse sind nicht wasserfest. Echt nicht.
6. Wenn es regnet, materialisieren sich Schirmverkäufer mit Migrationshintergrund an jeder Straßenecke, aber verstecken sich, sollte man wirklich einen Schirm brauchen.
7. Dachrinnen hören zwei Meter über dem Gehsteig auf, damit das herabschießende Wasser die Gehsteigmitte erreichen kann.
8. Unter Wasserlacken sind Schlaglöcher nicht zu erkennen.
9. Mopedfahrer scheißen sich nichts. Auch nicht, wenn es schüttet.
10. Stadtpläne zerfallen bei Wasserkontakt zu vielen kleinen Fetzen.