Tag 17 Moab – Monument Valley

Moab ist eine kleine Stadt, aber sie hat einen Pizza Hut, einen McDonalds und einen Burgerking. An der Hauptstraße werden in touristischen Shops Tshirts und Ansichtskarten verkauft, der Star der Gegend, der Delicate Arch, findet sich auf Taschen, Kappen, Tassen und Shirts.

Die Büsche am Straßenrand färben sich gelb und schließlich gibt es  nur noch wenige, robuste Gräser die aus dem Sand wachsen. Die Sicht ins Land ist weit, erst in größter Entfernung endet der Horizont in blauem Dunst.

Das Monument Valley ist kein Nationalpark, es ist Tribal Land und die Navajo besitzen den gewaltigen Landstrich. Von dem Reichtum und den gepflegten Wegen der Nationalparks ist hier leider wenig zu finden, links und rechts der Straße entlang sind Open Ranches, das heißt, ein laufender Maschendrahtzaun schließt die Straße ein, dahinter stehen magere Kühe, Schafe oder Pferde in der Hitze und ziehen auf der Suche nach Futter durch die Weiten. Die Tiere sind scheu und nicht an Menschen interessiert, trotzdem tauchen sie an manchen Stellen direkt neben der Straße auf, mit Knoten in der Mähne und spitzen Hüftknochen.

Die Häuser der Navajo sind flach gebaut und oft gibt es in der näheren Umgebung Hütten aus Holz oder Lehm, die an alte Zeiten erinnern, gebrochen wird die Idylle dadurch, dass mehrere Trucks um die Häuser stehen, immer auch einige ausrangierte darunter, und dass die eigentlichen Wohnhäuser oft einen heruntergekommenen Eindruck machen.

An den Aussichtspunkten tauchen Navajo auf, führen freundlichen Smalltalk und versuchen dann, selbstgemachte Ketten und Armbänder zu verkaufen, will man nichts, bitten sie um Donation für ein Science Projekt, ein Getränk oder die Familie, dann setzten sie sich wieder in ihre Trucks und warten auf die nächsten.

Vom Visitor Center aus ergibt sich der Blick auf rote Steinriesen, die zusammengekauert dahocken und Namen haben wie Left Glove, Right Glove, Elphant oder Camel. Aus dem Blickwinkel verändert sich ihre Form und sie werden zu buckeligen Alten, lauernden Katzen oder Giraffen. Der Abend kommt und bringt das herrlichste Licht, an der Mauer des Visitor Centers sitzen Touristen wie Schwalben, die Kameras im Anschlag, dazwischen betteln streunende Hunde. Auf die Frage nach einem Trail heißt es, es gibt nur einen, der führt um den Left Glove und dauert in etwa drei Stunden. Und es wäre keine gute Idee, denn nach Einbruch der Dunkelheit kommen die Schlagen. Die restlichen Wege sind nur mit Autos zu erfahren, und die benötigen eine Hight Clearance.

Der Chrysler, der zwar kein Ferrari, aber eben auch kein Jeep ist, schaukelt über die Bodenwellen und stolpert in Straßenlöcher, dann schnauft er in der Abendsonne, während ich Fotos mache, und  die Finger in den roten Sand grabe. Er ist weich, wie Puder und färbt die Handflächen. Mit dem Untergang der Sonne bauen die Najavo ihre Stände ab, zurück bleibt eine Dunkelheit, die alles verschluckt und, über ihr, der beeindruckenste Sternenhimmel.

Tag 16 Bryce Canyon – Moab

Durch den beliebten Bryce Canyon gehen viele Trails, teilweise auch am Pferderücken erkundbar. Wir steigen hinunter, über die Wallstreet, ein in vielen, engen Kurven gewundener Pfad, der so bevölkert ist, dass es an manchen Stellen eng wird. Von unten herauf schnaufen diejenigen, die dachten, der Weg wäre weniger steil, hinunter, noch voll Tatendrang kommen die, die den Marsch in den Queen’s Garden oder zum Sunrise Point vor sich haben. Die meisten Besucher sind Holländer, Japaner, Deutsche und Franzosen, nur hin und wieder hört man tatsächlich Amerikaner reden.

Die Nationalparks waren bisher perfekt gepflegt und auch hier ist es nicht anders. Die Trails sind geschottert und begrenzt, an jedem wichtigen Eck findet sich eine Tafel mit Informationen über die Gegend und der Aufforderung, die Natur zu achten, Wildtiere nicht zu füttern und nicht neben den Weg zu steigen, weil dadurch junge Pflanzen und winzige Biotope zertreten werden könnten, außerdem gibt es an jedem Parkplatz saubere Klos, Trinkbrunnen und Mistkübel. Es ist bei hoher Strafe verboten, Müll wegzuwerfen, etwas in die Steine zu ritzen oder das Wildlife zu gefährden und tatsächlich liegt nichts herum, was nicht hergehört. Nur der rote Sand windet sich durch die Lücken der Schuhe und des Rucksackes und reist mit in den Arches Nationalpark. Hier haben Wind, Wetter und Eruptionen Gebildete geschaffen, die als Brücken und Wackelsteine aus dem Wüstenboden ragen. Im Abendlicht leuchten sie rot und ihre Schatten zaubern Rohrschachtests auf den sandigen Boden.

Tag 15 Las Vegas – Bryce Canyon

Man verlässt Las Vegas mit dem Gefühl, dass die Party weiter geht. Durch das Valley of Fire geht der Weg weiter in den Zion und den Bryce Canyon. Wieder verändert sich die Landschaft im Laufe der Kilometer, die über einspurige Freeways abgespult werden. Zuerst Wüste, die Felsen sind rot, dann wird es bergig und kühler. Ein Trail führt in den Zion Canyon und am Ende denkt man, man wäre in Bruchtal und erwartet, die Elben zu sehen.

Die Kante des Felsen, auf dem man steht, reißt jäh ab, dahinter geht es hunderte Meter nach unten. Mormonen haben das Gebiet der jetzigen Nationalparks in den 1870ern für sich gewonnen, viel früher gab es Natives, die das Land bebauten. Der Bryce Canyon heißt so, weil Ebenezer Bryce das Gebiet mit seiner Familie besiedelte, vor etwa hundertfünfzig Jahren.

Hoodoo heißt in Navajo so viel wie Zauber und Hoodoos sind auch die Steinformationen im Bryce Canyon, die aufragen wie erstarrte Krieger. Die Landschaft ist einzigartig und am Aussichtspunkt, dem Sunset Point, warten die FotografInnen darauf, dass endlich die Sonne untergeht.