8/Hoi An. Drahtpferdchen und Wasserbüffel.

Stand von Cua Dai

Der Sturm hat sich gelegt, die schweren Wolken sind aber geblieben und machen den Himmel diesig weiß. Am Vormittag drehe ich eine Runde in der Stadt, es ist komisch, so viel Zeit zu haben. Wenn es mir gefällt, setze ich mich an das Flussufer oder auf eine der Steinbänke und schau zu, wie der Wind  das Wasser kräuselt, darin ist eine große Ruhe.

Ha Noi Umgebung

Am Nachmittag fahre ich mit meinem Rad hinaus zum Strand mit den Augen am Straßenrand und den verwilderten Gärten die hinter den Steinmauern anfangen, den Häusern, die übergeblieben sind aus einer Zeit, als Portugal und Frankreich hier Einfluss hatte, Kolonialbauten mit Stuck und hölzernen Rollos anstelle von Fensterscheiben, durch die Räume weht es die Meeresluft herein.

Hoi An Umgebung

Indochinastil in seiner reinen Form, teilweise schon seit Jahrzehnten verwittert und deshalb umso gehaltvoller. Ich fahre bis an die letzte Spitze des Landarmes und komme eine Allee entlang mit verwaisten Häusern, die zum Meer hin gehen und die in ihrer straffen Anordnung und der Beflaggung eine unmissverständlich kommunistische Ästhetik in sich tragen.

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Etwas abseits zerfallen die Dörfer in lockere Anordnungen, auf den Gemeinwiesen grasen starke Kühe, vor den Häusern flattern Wäscheleinen. Am Weg zurück sind die Felder sumpfig und tief, Wasserbüffel käuen wieder und sind im Gras fast nicht zusehen.

Wasserbüffel

 

7/Hoi An. Sand in den Augen.

alte Frau Hoi An

Von draußen drückt der Wind gegen das Fenster, der Sturm ist bissig, er schüttelt die Palmen und die Bananenstauden in den Nachbargärten. Beim Spaziergang durch die Stadt ist der Himmel kalt, das leuchtende Gelb von gestern ist abgeschwächt, die Lampions zucken an ihren Leinen und denen, die unterwegs sind, peitschen die Haare in die Stirne und in die Mundwinkel.

markt Hoi An

Am Markt wird verkauft wie jeden Tag, hin und wieder fährt der Wind in das Gemüse, aber die Frauen hocken trotzdem und bieten feil, die Fahrräder und Mopeds schlängeln sich durch die schmalen Gänge und Touristen deuten und fragen how much?

markt hoi an

Die Stadt ist bunt, obwohl der Himmel weiß ist, der Garten des Klosters quillt über vor Blüten und im Fluss warten alte Frauen in ihren kleinen Fähren auf Kundschaft.

Hoi an Fähre

Ich fahre mit dem Rad hinaus zum Strand, eine gute Straße entlang und die Natur ändert sich, wird saftiger und nasser. Es riecht nach süßem Gras und dem brackigen Flusswasser, es riecht nach überreifen Früchten und nach den kleinen Feuern, die hin und wieder am Straßenrand brennen.

Reisfeld Vietnam

Ich fahre zum Strand, wo der Wind heranfliegt und das Wasser aufwirbelt, Gischt und Sand beschlagen meine Sicht.

Cua Dai Beach

Ich steige auf Muscheln im kalten Sand und setzt mich auf eine leere Kokosnuss, schau hinaus in das lebendige Meer und die Grauabstufungen dahinter und denke an zu Hause.

Cua Dai Beach