Tiffany ist ozeanblau und sandfarben, kupfergerahmt.
An Tiffanys Hals hängt ein dezentes Kreuz aus Gold.
Ihr Mund bleibt offen,
während sie überlegt,
was man in Guadalupe so tun könnte.
Eine unverschämte Frage von mir.
Es gäbe gutes mexikanisches Essen, die Straße runter. Sonst sei es eben ein kleiner Ort.
Sie verabschiedet uns freundlich,
eine Klingel geht an der Tür des Guadalupe-Nipomo Dunes Centers,
dann sind wir draußen.

Guadalupe riecht nach Dünger.
Von den Erdbeerplantagen her
rauschen die Plastikfolien der Gewächshäuser.
An den Kohlfeldern stehen Traktoren in Monokultur.

Über die Dünen streich das Meer hinweg,
feuchter Gischatem auf der Sonnenbrille, bis die Sicht verschmiert ist.
Am Strand baden Vögel im Süßwasserzufluss,
Medusenköpfe aus Kelp und Algen haben sich zu überdimensionalen Gebilden an den Strand gerollt.

Körper in Neoprenanzügen hängen auf ihren Surfbrettern
am Pismo Beach
und warten auf die Wellen, die nicht recht kommen wollen.
Derweil ziehen Möwen Pismo Clams hoch in die Luft und lassen sie auf das Pier klatschen,
selten brechen die Schalen.
Am Autostrand stehen die Ram Trucks und Pick-Ups Tür an Tür,
drinnen sitzen Familien mit mitgebrachtem Essen in Tüten,
den Blick auf die Sonne,
die gerade noch im Meer sitzt,
bevor sie verschwindet.
Als Fernlichterketten
kriechen die Autoschlangen zurück zur Ausfahrt.
Im Haus unserer Pension stehen die gerahmten Bilder der Kinder, Highschoolstudents in Posen der frühen 2000er,
eingewandert aus Mexico City
und Mexico City mitgenommen in den Lichterketten und den goldgenagelten Couches, in den Plastikweintrauben an LED-Kandelabern und einem weißen Fliesenboden.
Über allem hängt der Geruch nach Raumerfrischer.
Mit der Dämmerung ist Guadalupe schlafen gegangen.
Nur nebenan bellt ein Hund, ein regelmäßiger Alarm der die Nacht vor denen warnt,
die es wagen,
doch noch unterwegs zu sein.
